Nach einer Weile Blogpause melde ich mich zurück mit einem Buchtip für Musikfans oder für die, denen Musik das Herz höher schlagen lässt: Neil Young – Waging Heavy Peace

Wer kennt Neil Young nicht. Von meinen Eltern vergöttert – von meinem Erzeuger wegen seiner Musik von – meiner Ma sicher wegen seines hervorragenden Aussehens in seiner Jugend ist Young einer der AltLegenden des Musicbusiness.
Seine Biographie Waging heavy peace ist wahrlich ein Meisterwerk und das sage ich weder, weil ich auf seinen mittlerweile etwas kubanisch wirkenden Spätrocker Look stehe noch seine Musik auf meiner Topseller- Liste steht.
Das Buch mit dem deutschsprachigen Titel Hippie- Traum ist kein abgelutschtes Musikerportrait- wie von Guns Roses oder John Lennon zum Teil veröffentlicht wurden, sondern beschreibt einen ziemlich reflektierten Musiker, der neben seinen Alkohol und anderen Exzessen in sehr späten Alter fast weise Worte für seine Leidenschaft zur Musik und sein Leben findet; aber auch treffend und ohne Umschweife harte Worte zum Business und dem vermeidlichen Traum des Rockstars findet.
Ich hab mich bei diesem Buch  entschieden es im Englischen zu lesen- einfach, weil ich wissen wollte, ob mich seine Worte in echt so mitreißen, oder ob es nur eine Übertragung des deutschen Übersetzers ist.
Auf einer der ersten Seiten beschreibt der Musiker, welche Songs ihn massgeblich  beeinflusst haben.
Über „Be my baby“ von den Ronettes (Ja den Song gab es vor Dirty Dancing 🙂 ) schreibt er : „Diesen Klang werde ich immer lieben. Er wohnt in meiner Seele.“
Nach den ersten , zugegeben etwas lahmen Seiten berührte mich dieser Satz zutiefts, weil er die Worte gefunden hat, die ich wahrscheinlich bei vielen Songs gerne gesagt hätte.
Wer meinen Blog aufmerksam liest weisst, dass mich die Songs der Augustines sehr beinflussen. Sie vereinen einfach alles in sich und seit ungelogen einem Jahr höre ich sie jeden Tag und finde immer noch Dinge in ihren Songs, die ich noch nie gehört habe.
Zurück zu Neil Young aber beindruckt mich zu Beginn dieses Buches das Eingeständnis, dass es auch bei Musikern immer Songs geben wird, die sie berühren, langweilen und wieder berühren, obwohl sie selbst legändäre Musik machen.
Wahrscheinlich war das der Punkt, als ich die Biographie nicht mehr weg legen konnte. Neil Young erzählt frei nach Schnauze, in sehr trocknen Worten wie viele Fallstricke die Musikindustrie mit sich bringt.
Diese God- Human- Thing zum Beispiel. Der Musiker als Auserwählte -Jesusperson- der Angebetetet – das Publikum als Jünger – die Weiber als Anbetenden…
Der Kampf mit dem Tourleben, dem Leben an sich, den Groupies, die irgendwann alle eine Masse sind, aber auch wie wichtig Familie ist und die Liebe UND dass er immer wieder zur Musik zurück gekehrt ist. Die Musik ist für Young beständig- immer überall- in den dunkelsten und hellsten Momenten.
Die Biographie ist obwohl man viele Sachen schon kennt so poetisch ohne dabei kitschig daher zu kommen. Sie ist mehr, wie ein gutes Glas Benriach Heart of Speyside fruchtig, frisch nicht grade neu, aber mit einem überraschenden Abgang.
Ich lege diese Biographie jedem ans Herzen der mindestens ein Musikstück kennt das er immer wieder hören kann und darin wieder etwas Neues entdeckt. Waging Heavy Peace ist, wie ein Gedicht über das Leben und Sterben, falsche Freunde, richtige Wegbegleiter, über die Liebe, das Leben und vorallem die Unverzichtbarkeit von Musik.
Friede sei mit euch und schönes Wochenende euch allen!
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9 Gedanken zu “Neil Young – Waging Heavy Peace

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