Anmerkung: Artikel erschien ursprünglich auf die fraumitdembart.com Dem Irrtum erlegen geschlechterspezifische Bezahlungen gäbe es in unseren europäischen Breitengraden nicht mehr, hat dieFraumitdemBart einen Großauftrag angenommen, der zu einem Überraschungs – Ei mit üblen Inhalt wurde. Im Kontext der Feminismusdebatten der letzten Monate der Tussikratie, #Aufschrei #yesallwomen, Femen und anderen Debatten , sollte ein schöner Filmbeitrag entstehen, der eines erklärt, worum es uns seit Beginn und Gründung unseres Kollektivs mit Bart eigentlich ging: Gibt es eigentlich den Feminismus noch und warum wird er von vielen als radikalisiert und Anti- Mann wahrgenommen? Brauchen wir den eigentlich noch oder sind wir Frauen seit Alice Schwarzer gleichberechtigt? Mit meiner Tätowiererin habe ich mich jüngst darüber unterhalten, dass  wir uns eigentlich nicht daran erinnern können, nur weil wir Frauen sind, jemals offen diskriminiert oder in Geschlechterrollen gedrängt worden zu sein- und dass wir uns bestimmt nicht in der Geschlechterrollenverteilung der 1950er sehen. Ist doch eigentlich egal, wer kocht oder auf die Kinder aufpasst, solange beide Geschlechter sich wohlfühlen oder? Diese Klischeerollen sind, da sind wir uns doch wohl alle einig, längst überholt. Die Geschlechtergrenzen sind im Laufe der Jahre langsam geöffnet worden. Ist das echt so?! Was den Umgang mit Frauen in der Filmindustrie und der Kreativwirtschaft angeht, in der- und da muss man sich nichts vormachen- nun mal größtenteils Frauen arbeiten, liebe Damen, sind wir Frauen, wie wir jüngst wieder mal erfahren mussten, alles andere als gleichberechtigt und ganz stereotyp oftmals nicht in der Lage zu rationalen, zielorientierten Miteinander; zu angemessener Bezahlung für erbrachte Leistungen; zu transparenten Arbeiten ohne“Ich bin enttäuscht von euch, weil ihr nicht versteht, dass eure Arbeit nicht bezahlt werden kann” – Mails und Unverständnis des weiblichen Chefs darüber Vertragsverhandlungen zu führen, weil der Arbeitsaufwand des Auftrags und die läppische Bezahlung in keinerlei Relation miteinander stehen. Grade bei Formaten und Unternehmen, die unter dem Motto “Pro- Frau” laufen und bei denen eben nur Frauen miteinander arbeiten, ist das alles offensichtlich ein Riesen Problem- am Besten arbeitet die Akademikerin von heute für umsonst, weil die Prestige nach außen ist ja Bezahlung genug. Ja genau! NeNe so läuft das nicht. Feminismus ist ein Begriff, mit dem ich nicht wirklich etwas anfangen kann- Feminismus ist nicht meine Generation- für mich sind das die 1968er Frauen rund um Alice Schwarzer. Aber wenn uns jemand sagt, dass wir in allen Bereichen des Lebens schon gleich sind und das Utopia besteht, dass Geschlechterstereotype keine Rolle spielen, der irrt gewaltig. Denn in der Arbeitswelt gibt es diese Geschlechtergrenzen noch- die Frau ist hier in jedem Fall nicht gleichberechtigt und diesen Fakt sieht man an der Bezahlung. Kreativ ja, möglichst viel Abschlüsse, Weiterbildungen und Ideen ja gerne angemessen Bezahlung? “Du Zicke!” “Jetzt stellste Dich aber an!” Die traurige Wahrheit ist: Deutschland hat für die Kreativen noch kein Wertesystem erfunden und wertet Kreativberufe vor allem durch Nichtbezahlung ab. Frauen sind davon mehr betroffen, als Männer, da in Kreativberufen eben prozentual gesehen auch mehr Frauen arbeiten und somit Stutenbissigkeiten und Emotionen den Ton angeben: – “Du bist Künstlerin. Das ist aber toll. Wir machen eine Ausstellung mit Dir – aaaaber für das Bild willst Du 80,- Euro haben?! Das find ich jetzt aber unverschämt!” – “Du hast ´nen Dokumentarfilm gedreht und jetzt willst Du auch noch Geld für Deine Arbeit. ICH bin die, die bezahlt werden muss und wenn Du mir keine Dankbarkeit zeigst dafür, reiße ich mir den Film eben ganz unter den Nagel. Interviews?! Natürlich mach die jetzt ich!” oder zuletzt: – “Du bist echt eine talentierte Autorin, aber dafür etwas bezahlen! Ne das macht man nur bei den Großen der Branche.  – “Arbeite erst einmal, dann gucken wir mal, was das wert ist und pfui pfui bitte nicht mehr konkret über Geld reden” Frauen machen sich nicht umsonst selbständig, wollen ihr eigener Chef sein. In Deutschland hat man zum Einen keine Wahl, wenn man als Frau wirklich arbeiten UND noch Geld verdienen will, sich selbst zu managen. Zum Anderen liebe Damen- jetzt mal die Titten auf den Tisch, wir haben noch viel zu tun bis Frauen auch in der Arbeitswelt gleichberechtigt behandelt werden- vor allem auf Ebene der Bezahlung. Ob wir Feministinnen sind- ne ganz bestimmt nicht. Ob unser Geschlecht noch viel Lernen muss? Oh ja! Im Umgang miteinander ist es so kompliziert, als wäre die Arbeitswelt eine Beziehung mit Liebespotential, dabei machen es uns die männlichen Wesen der Schöpfung doch vor, wie´s geht und dass Mann manchmal besser arbeitet wenn Mann transparent miteinander umgeht und nicht hinterfotzig ein Hintertürchen offen lässt, durch das man sich entziehen kann, wie es einem grade passt. Der Terminus hinterfotzig – ist nämlich, wie in dem Wort selbst schon erkennbar- vorwiegend den Frauen zuzuschreiben. Vielleicht sollten wir uns von zielorientierten Miteinander doch noch etwas abgucken, damit wir nicht am Ende des Tages nur auf unseren Hintern, unsere Titten und unser schönes Gesicht abgewertet werden und vielleicht auch etwas Geld durch unsere Fähigkeiten verdienen. Hört sich zu schön an um wahr zu sein oder! PS bei CB: Word, word und Amen Schwester! Und was kann man tun. Sich nicht abschrecken lassen. Offen über Geld reden und ganz wichtig, egal von wem, lasst euch nicht für blöd verkaufen! Jeder, der diesen Blog liest, ist in der Lage sich selbst eine Meinung zu bilden, ist in der Lage zu beurteilen, wie seine/ihre Arbeit entlohnt werden sollte. Und all ihr Weiber, Mädchen, Frauen und Bitches, lasst euch nicht damit abspeisen, dass ihr jetzt erst Mal für ‘ne Milchschnitte und ‘nen warmen Händedruck arbeitet und man beim nächsten Mal guckt, ob richtig bezahlt wird oder ihr arbeitet und danach redet man über Geld und schaut wieviel eure Arbeit wert ist (versucht auf die Art und Weise mal Brötchen zu kaufen – so schnell hattet ihr noch nie Hausverbot beim Bäcker). Geld stinkt nicht und über Geld reden auch nicht und Arbeit ist Arbeit, weil sie entlohnt wird. Alles andere ist Sklaverei, Verarsche oder Liebesdienst. Und bitte nicht glauben, dass weibliche Vorgesetzte anders ticken und die einen schon gerecht behandeln – siehe the fuck oben. Für eine gerechte Behandlung müsst ihr selbst aktiv sorgen! Lasst euch nicht veräppeln und lasst uns aufhören die leidensfähige Minna zu spielen, die darauf hofft, dass der oder die Chefs schon erkennt, was man für tolle Arbeit macht und alles am Ende gut wird. It is not going to happen, du bist deines eigenen Glückes Schmiedin und je souveräner du dein Leben selber in die Hand nimmst, desto mehr gehört es dir!

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3 Gedanken zu ““Titten auf den Tisch” – Über Frauen in der Kreativ- und Filmwirtschaft

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