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Vergewaltigungskultur im Fernsehen

Jüngst geht ein Aufschrei durch die Cineastenwelt, da in der aktuell in den USA laufenden Staffel von „Game of Thrones“ wieder mal eine Frau vergewaltigt wird.
Zum ersten Mal aber interessiert das offensichtlich die TV- Gemeinschaft, worüber ich gelinde gesagt, dann doch ziemlich verwundert bin.
Ich, als Cineast und Serienjunkie, selbst in der Medienbranche tätig, bemerke, wie einige Andere, aufmerksame Cineasten wahrscheinlich auch eine zunehmenden Verrohung der Medien. Die ist wirklich kein neues Thema, was mich aber schockiert ist, dass in vielen Drehbüchern immer wieder ein Schockmoment Thema ist: die Vergewaltigung.
Seit 2 Tagen hält sich die Vergewaltigungsdebatte über „Game of Thrones “ in den Medien, eine Serie, die sich mit Sexualität ja nun wirklich nicht zurückhält,- die Vergewaltigung selbst, gibt es mittlerweile fast in jeder zweiten TV-Serie.
Ein Beispiel: letzte Woche lief bei uns die ersten Folgen der Serie „Bates Motel“, sowie die erste Staffel der Serie „The Americans“. Beide begannen mit einer Vergewaltigung, so dass ich einfach beide Serien sofort abgeschaltet habe.
Wo sieht man sie nicht- im deutschen Fernsehen- leider mittlerweile viel zu oft als Grundlage für story-telling benutzt, in amerikanischen Formaten als shocking- moment eingesetzt, um die Story , sei sie auch noch so harnebüchend auf die Spitze zu treiben. Schlimm an der Art der Darstellung finde ich nicht, dass Vergewaltigung thematisiert wird, sondern, dass vornehmlich gezeigt wird, dass Frauen dieses gewaltvolle, schlimme Szenario „schon überstehen“ und es vorwiegend einfach nur als Effekthascherei eingesetzt wird, ohne darauf näher einzugehen oder eben als Rechtfertigung für noch mehr Gewalt. In „Bates Motel“ z.B. ist die Vergewaltigung der Mutter die Basis für den ersten brutalen Mord. Nach der Vergewaltigung (und dem Mord)i st die Mutter zwar angeschlagen, aber nicht besonders traumatisiert. Story goes on oder!
Mit dem Bild „Frau kann nichts erschüttern“ soll vermutlich vermittelt werden, dass mental starke Protagonistinnen die Medienwelt beherrschen, denen auch dieses lebensverändernde Erlebnis nichts anhaben kann.
Im Ernst?! Ich muss ganz erlich sagen, dass mich dieses Art Darstellung in den Medien im Moment derart anwidert, dass es dafür keine wirklichen Worte gibt.
Wie arm sind die Drehbuchschreiber, wie die von Game of Thrones, Sons of Anarchy usw. eigentlich an Ideen geworden, dass derartige Sexualakte als Grundlage für ihre Story benutzt werden- in Serien, die eben nicht dem Rape- Reverenge oder Baise moi (Fick mich!) Genre zuzuordnen sind (Schlimm aber ja diese Film-Genres gibt es wirklich).
Denn ganz erlich: Szenen, in denen Frauen brutal missbraucht werden, sind keinen Ausnahme mehr. Zusammenhängen tut dies sicher mit der zunehmenden Abstufung der Zuschauer.
Fällt den meisten TV- Konsumenten, in den abertausenden Krimis und Serien, die tagtäglich über den Bildschirm flimmern und in der ganzen Bilderflut diese Verrohung überhaupt noch auf? Registriert man die Gewalt eigentlich noch oder findet sich der gemeine Konsument damit ab, zwischen Leichenbergen, in Blutlachen, in roher Gewalt und geschändeten Frauen und Kindern zu sitzen?
Warum interessieren uns die Bilder, die uns jeden Tag umgeben so wenig, dass wir uns dagegen nicht wehren?
Weil der Kommissar aus dem Tatort den Fall schon löst, oder der Film XY eben damit ja auch Sozialkritik vermittelt. Und dann schaltet man ab und steht selbst herum und filmt, wenn jemand zusammengeschlagen wird. Irgendjemand wird´s schon richten… Ja genau!
Um von mir selbst zu sprechen: ich freue wirklich mittlerweile über jedes TV- Format, in dem es nicht um sexuelle oder überhaupt um Gewalt geht, denn ganz ehrlich für mich sind das einfach die besseren Ideenschreiber.
Jeden Tag gibt es doch neue Meldungen in der Realität zu was Menschen fähig sind: über Kinderschänder, Jugendliche die Amok laufen oder aus Langeweile Leute totschlagen, Vergewaltiger, die nie gefunden werden, Vergewaltigungen, die mit Vergewaltigung vergolten werden, und Vergewaltigungen, wo Menschen herumstehen und gaffen- unfähig zu helfen.
Ich denke die Realität ist schon so krank, dass die fiktionalen Medien derartige Dinge nicht so nebenbei und als Effekthascherei benutzen sollten, um Einschaltquoten zu erlangen oder damit später in diversen Zeitungen steht, dass die Serie X aber sehr sozialkritisch war oder in Film Y ein Frau gezeigt wurde, die sehr souverän mit sexueller Gewalt umgegangen ist. Sogar Selfies, die Vergewaltig lächerlich machen gibt es schon!
Welche Frau war noch nicht von sexuellen Übergriffen betroffen, auch ich selbst habe dieses schon erlebt und wenn es Danke Gott auch nicht zu einer Vergewaltigung gekommen ist, sind diese Erlebnisse derart einschneidend gewesen, dass sie sicher so manches verändert haben.
Meine beste Freundin hat vor ein paar Wochen einen Artikel über LIKES in sozialen Netzwerken veröffentlicht, wie man sie erlangen kann und mich welchen Mittel, aber auch, welche Wichtigkeit Quote mittlerweile vor dem Menschen selbst hat.
Die TV- Quote gehört dazu. Es geht immer krasser, ekelhafter und menschenverachtender. Was aber bleibt dann übrig und was macht das mit uns, dass diese rohe Gewalt ein Teil unsere Kultur geworden ist, die leider mittlerweile gesellschaftsfähig und akzeptiert ist .
Moralaposteln war nie meine Stärke, aber ich finde, man sollte mit den Medien, die einen umgeben- und ich weiss, das sind mittlerweile verdammt viele, bewusster Umgehen. Sollte krasse Gewaltdarstellungen im TV vielleicht auch einfach mal weg schalten und sich so krass das dann auch ist, mal wieder dem Realleben widmen.
Denn in diesem hilft Dir keiner, indem er ein gefällt mir unter Dein Foto im sozialen Netzwerk klickt, auf dem Du blutend auf der Strasse liegst oder..!
#Peace -CF-
english version
Rape culture in TV- series and movies
Recently, an outcry goes through the cineastes world, because in the currently in the USA running season of „Game of Thrones“, a woman is raped again. For the first time there is an interested in the TV community, which leaves me quite surprised.
Me, as a cineast and sitcom junkie, active in the media industry, noticed like other attentive cineasts probably too, an increase in the brutalization of the media.  That’s really not a new topic, but what shocked me, is that in many scenarios there is always ONE moment of shock as the theme of the story: rape.
Since only 2 days, there is a rape debate about the rape scene in „Game of Thrones“, but there are so many rape scenes in approximately the last two years in every other series or film.
An example: last week ran in Germany the first episode of the series „Bates Motel“ and the first season of the series „The Americans“ , both opened with a rape, so I simply turned off both series immediately. The German TV is not different- unfortunately the rape is too often used as a base for story-telling- in American TV productions and films, most of the time as a shock- moment, used to create a shocking- but „cool“ story.  This kind of representation is not bad because rape is a theme, but because the audience gets to see that the women „gets over it somehow“ and the rape is used only as a means to an end: to be as shocking as possible –  without the attempt to get into this kind of brutality, or just  simply as a justification for more violence in the series. Take „Bates Motel“ for example: the story is based on the rape of the mother and this the motive for the first brutal murder. After the rape the mother is feeling kind of bad but not particularly traumatized. The story goes on, doesn’t it ! With the image of „woman, that nothing can shake“ should be probably conveyed that mentally strong female protagonists dominate the world of fiction media.
This life-changing experience can not hurt them. Seriously? I must say, this kind of representation in the media at the moment repels to a degree that there are no words for it. How out ​​of ideas are script writers from some series like The Americans, Game of Thrones, Sons of Anarchy etc. actually, that they use such brutal sexual acts as the motivational drive for their stories. Non of these formats fits by the way into the Rape- Reverenge or Baise- moi ( fuck me!) Film Genre (Yes: there are this kind of film -genre).
For this rape and violence trend, well- I have no words for this.  Sure this trend does have something to do with the increasing numbness of the viewer. Do most TV consumers even recognize this numbness at all? Is the violence which surrounds us even seen or is the viewer satisfied sitting in mountains of corps, in pools of blood, raped women and even children? Why are we not interested in the images that surround us every day- Why can’t we stand against this? Because Bruce Willis already solves the case from the crime scene, or the film has a rape scene but there is social criticism in it? And then at the end of our day we switch off and  go back into real-life and when there is there somebody getting beaten up, we film this and upload this onto social Media platforms? Waiting for somebody, who will help the victim, waiting for someone who will set it right … Yeah ! To speak for myself, I am really happy about every TV format which it is not about sex, or even violence, because quite honestly- for me, these are simply the better films and series. Every day there are new messages in real life about what people are capable of, running amok, child molesters, teenager killing people for fun, rapists, who are never found, rapes that are rewarded with rape, and rape where people stand around and gawk- unable to help . I think the reality is already so sick, that the fiction media should not use violence in this the way – only to gain ratings or press coverage in various newspapers, talking about the series X, that was full of violence but in reality you have violence too and the woman in series Y was raped but she handled this very straight.
Yeah alright….
What woman was not in the past already victim of sexual assault, me too, and thank god I´m not a rape – victim but the experiences I´ve made, have been so dramatic that they have certainly changed a lot of things in my life.
My best friend has published a few weeks ago an article about likes in social media, about how to get likes. But why are viewer ratings and social media likes more important than humans since some years?  It is getting more violent and against human dignity.  But what remains from all of this – what does this do to us- that this brutality has become a part of our culture. Why is violence unfortunately socially acceptable now? I never was a moralizer, but I think everybody should handle the media with great awareness, all the social media, pictures, films series… that surround us every day Maybe al little step could be to boycott violence in TV sometimes, make sometimes the decision to switch it off, choose real life instead. And in our real life there is nobody helping you with a LIKE or emoticon under your picture in social media, when you laying raped and bleeding on the street…!
#Peace -CF-
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2 Gedanken zu “Rape me! About rapeculture in the new media….

  1. Schöner Artikel, ich sehe es eigentlich genau so. Selbst an den Weihnachtsfeiertagen werden Filme mit grenzenloser Gewalt gezeigt. Das habe ich vor 15 jahren selbst bei den Privatsendern so nicht erlebt. Man macht da keine Unterschiede mehr. Die Frage ist, ob es da wirklich nur um Quote geht, oder ob man die Bevölkerung bewusst verrohen bzw. verblöden will.

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